- ‚Hie und da und an gewissen Festtagen’ erklang schon 1856, wie es ein altes Schriftstück beurkundet, in Neibsheim mehrstimmiger kirchlicher Chorgesang. Dieses Datum macht den Kirchenchor Neibsheim zu einem Chor, der auf eine 150 Jahre dauernde Geschichte mit vielen Höhepunkten zurückblicken kann.
- 1875 wurde vom damaligen Hauptlehrer und Organisten Mall ein gemischter Chor gegründet, der in den darauffolgenden 50 Jahren insbesondere durch sechsfachen Dirigentenwechsel und Umbesetzung der Sängergruppen auffiel. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg sangen nur noch Männer, da besonders in den Wintermonaten die Frauen in der Stadt in Stellung (z.B. als Dienstmädchen) waren.
- Während den Kriegsjahren 1914-1918 bestand nur noch ein dreistimmiger Frauenchor, der dann die Basis für den nach dem Krieg wiedererstandenen Gemischten Chor bildete.
- Am 23.November 1930 wurde der Cäcilienverein Neibsheim gegründet, der noch heute Teil einer landesweiten katholischen Institution ist, die sich der Pflege der Kirchenmusik widmet unter dem Patronat der Heiligen Cäcilia, der Schutzpatronin der Kirchenmusik. Der junge Cäcilienverein zählte 40 aktive und 120 passive Mitglieder, eine beachtliche Zahl für die damalige Zeit.
- Damals wie heute war die Einbindung des Gemischten Chores in das kirchliche Festleben, wie zum Beispiel bei der Primiz von Pater Manfred feststellbar. Genauso trat der Chor in die Verantwortung einer aktiven Gestaltung des weltlich kulturellen Lebens der Gemeinde Neibsheim. stellvertretend sei 1933 die Aufführung des Freischütz, sowie geistliche und weltliche Konzerte in den Jahren 1978, 1981 und 1984 genannt
- 1958 hatte Ewald Schmitt das Dirigentenamt übernommen, das einen Höhepunkt im Jubiläumsjahr 1986 mit einem geistlichen Konzert mit Melodien von Calvisius, Telemann, Händel, Haydn und Mozart fand. 1986 konnte der Chor nämlich auf 130 Jahre Geschichte zurückblicken. Der Vorsitzende Franz Köpp erhielt stellvertretend für die hervorragenden Leistungen des Chores über diese Zeit hinweg die Palestrina-Medaille durch den Diözesanpräses Udo Hillenbrand im Namen des Allgemeinen Cäcilienverband überreicht.
- 1987 überreichte Landrat Dr. Ditteney dann, im Auftrag des Bundespräsidenten, die Zelterplakette, ein 1956 vom Bundespräsidenten gestiftetes Ehrenzeichen der Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um die Pflege des Chorgesangs und des Volkslieds.
- Im Mai 1991 reiste der Chor das Erste Mal auf eine Konzertreise nach Ungarn in die Partnergemeinde Nemesnadudvar und gestaltete dort einen Festgottesdienst. Ein für die europäische Öffnung der Gemeinde und des Chores wichtiges Datum.
- Ein besonderes Highlight des Jahres 1991 war jedoch das 200-jährige Kirchenjubiläum der Pfarrkirche St. Mauritius in Neibsheim. Hier sang der Chor beim Pontifikalamt mit Bischof Kaletta zu Ehren Gottes Werken von Mozart, Händel und Haydn. Nach diesem beeindruckenden kirchenmusikalischen Auftritt fand die 40-jährige Dirigententätigkeit unseres Chorleiters Ewald Schmitt, davon 33 Jahre in Neibsheim, ihren würdigen Abschluss. Bei einer anschließenden Feierstunde Feierstunde im Pfarrsaal wurde ihm durch den ersten Vorsitzenden Arthur Mohr die Ehrenurkunde als Ehrenchorleiter und Ehrenmitglied des Cäcilienvereines überreicht. Der Ehrenchorleiter übergab in diesem Rahmen dann mit den besten Wünschen seinen Dirigentenstab in die Hände seines Sohnes Roland Schmitt.
- Auch im weltlichen Bereich zeigte sich der Chor in den Jahren aktiv. Bei einem Festkonzert 1995 führte er unter der hervorragenden Leitung seines Dirigenten Roland Schmitt Auszüge aus der Operette „Maske in Blau“ auf.
- Bei Dorffesten war die Cäcilienclause des Chor von 1989-2001 und auch die traditionellen Faschingsveranstaltungen am Schmutzigen Donnerstag immer gut besucht.
- Der Festgottesdienst 1996 zum Silberne Priesterjubiläum Pfarrer Wolfram Hartmanns und der Nachprimiz von Johannes Hermann und Lukas Glocker ist allen noch in guter Erinnerung. Vom Kirchenchor-Atelier wurden 3 Stolas selbst entworfen, geschneidert und auf Seide gemalt, um sie den Jubilaren zu schenken.